Dienstag, 25. Dezember 2012

Es könnte so viel schlimmer sein.

Miracle Man schreibt gestern folgende abschließende Worte zu seinem Weihnachtsposting:


Ich wünsche Ihnen Allen eine Weihnacht
mit viel Zeit für sich, für die, die Ihnen am Herzen liegen und mit Ruhe und Muße für ein paar Gedanken
an all Jene, die es nicht so gut haben wie wir.


Ich finde, dieser Wunsch ist gar nicht so weit hergeholt. Auf FB lese ich in den letzten Tagen immer wieder ziemlich frustrierte Zeilen, von Menschen, die nicht das zu Weihnachten bekommen haben, was sie sich wünschten. Es war zu hässlich, unpassend, nicht durchdacht. Männer verrieten im Vorfeld durch ungeeignete Verstecke Weihnachtsgeschenke, bestellten selbige über die Accounts ihrer Frauen, Überraschung dahin. Man verabredete, sich nichts zu schenken, einer besorgte doch eine Kleinigkeit und erwartete eigentlich- entgegen der Absprache- ebenfalls etwas zu bekommen. Dem war nicht so, Enttäuschung groß.

Sicher, man kann traurig sein, wenn der Schenkende sich (nach der Meinung des Beschenkten) keine besondere Mühe gegeben hat, etwas geschenkt hat, das zwar teuer war aber leider für den Empfänger völlig nutzlos ist und auch dessen Geschmack nicht trifft.  Aber ist es wirklich SO wichtig? Ich meine, immerhin DENKT jemand an dich. Er hat etwas für dich besorgt, auch wenn es vielleicht dumm gelaufen ist und du lieber was anderes gehabt hättest. Aber so ist das mit Wünschen- sie sind nicht mehr und nicht weniger als genau das: WUNSCH. Damit ist nicht unbedingt die Erfüllung verbunden.

Ich selbst bemühe mich immer, etwas passendes für die Menschen zu finden, die ich beschenken will. Ob das immer so gut ankommt, das weiß ich nicht. Aber beschwert hat sich auch noch niemand, denn ich glaube, sie wissen, was hinter dem Geschenk steckt. Eine kleine Aufmerksamkeit, ein kleines Dankeschön, ein "Du bist mir wichtig und ich denke an dich."

Es gibt in der Tat Menschen, die haben nicht mal die Pfennige in der Tasche, um denen, die sie lieben eine Kleinigkeit zu schenken. Die sind froh, wenn sie überhaupt was zu Essen in jenen Tagen haben. Die würden über derartige Missfallensbekundungen nur den Kopf schütteln und sich denken: "Wenn ich SOLCHE Probleme hätte, dann ginge es mir echt gut."

Es geht mir jetzt nicht darum, den Zeigefinger zu erheben. Es wird immer Menschen mit mehr Geld und Menschen mit weniger Geld geben. Eher möchte ich sagen: Seid froh, dass ihr Weihnachten nicht alleine in der Kälte verbringen müsst. Dass ihr was leckeres zum Essen habt und überhaupt etwas bekommt. Was ihr hinterher damit macht, muss der Schenkende ja garnicht wissen. Lächelt und freut euch einfach nur drüber, dass es Leute gibt, die die Feiertage mit euch gemeinsam verbringen.

Es könnte nämlich wirklich schlimmer sein.



Kommentare:

  1. Danke für das freundliche Aufgreifen und Zitieren :-)...ja, ich hab live mitbekommen wie das ist, wenn im Freundeskreis jemand krank und einsam über die gesamten Feiertage im Bett liegt.
    Und wenn Keiner an Einen denkt (außer ich, aber ich bin nicht "da").

    Da sieht man schon im ganz, ganz Kleinen (und ohne Obdachlose zu bemühen) um wieviel besser man es doch hat.

    Wie leichtfertig wir doch manchmal mit solchen Schätzen umgehen.

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  2. Gerne- irgendwie hat dein Eintrag da einen kleinen Nerv getroffen, der schon ein paar Tage lang geschwungen hatte.
    Oft vergisst man, welche Luxusprobleme man da eigentlich sein eigen nennt und sollte den Boden der Tatsachen nicht aus den Augen verlieren....

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  3. Wahre Worte, liebe Fee, wahre Worte. Oftmals frage ich mich wirklich, ob der Sinn von Weihnachten überhaupt noch bekannt ist oder ob es nur noch um die Schenkerei geht... Schade, denn ich freue mich vor allem auf die Besinnlichkeit und das Zusammensein mit meiner Familie an Weihnachten. Das vergessen wohl ziemlich viele...

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