Dienstag, 15. Januar 2013

2 Jahre, 6 Monate und 4 Tage...

Kleines, großes Feenkind,

nun ist schon wieder Halbzeit- in weniger als einem halben Jahr wirst du schon drei Jahre alt! Meine Güte, DREI! Zudem wirst du auch eine große Schwester sein und ich glaube, das wirst du ganz wunderbar machen.

Die Veränderungen, die in den nächsten Monaten in Form einer kleinen, wahrscheinlich öfter mal lauten Schwester und einer neuen Wohnung auf dich zukommen werden, hätte ich gerne etwas entzerrt, damit du dich nicht an so viel Neues auf einmal gewöhnen musst, aber leider geht das nicht anders. Vermutlich wird es dir auch leichter fallen, als ich es mir jetzt ausmale, denn du wirst ja nicht wirklich einsam und allein ins kalte Wasser geschubst werden. Ich bin nur froh, dass in diese Zeit nicht auch noch dein Kindergartenstart fällt, sondern dass wir das schon längst hinter uns haben und du gerne dort hingehst.

Niemand, der dich zum ersten Mal sieht, würde annehmen, dass du grade mal zweieinhalb bist. Die meisten schätzen eher, dass eine vierjährige vor ihnen steht, weil du so groß bist und so wunderbar sprichst. Es ist beinahe, als würde man sich mit einem kleinen Erwachsenen unterhalten- ich weiß schon kaum noch, wie es war als du dich nicht so mitteilen konntest.
Du hast einen süßen Humor und kannst dich über pupsen und rülpsen regelrecht beömmeln- ganz alters-entsprechend eben. :)
Derzeit hat es die die "vier" sehr angetan, du bist total begeistert, wenn du irgendwo eine entdeckst und gibst keine Ruhe, bis das auch entsprechend gewürdigt worden ist. Generell kannst du zwischen Zahlen und Buchstaben unterscheiden und bittest öfter darum, dass ich deinen Namen schreiben soll. Wenn du irgendwo eine Zahl siehst, willst du wissen, welche es ist, was wir dir natürlich gerne verraten. (Vielleicht wirst du ja nicht so ein Mathephobiker, wie ich einer bin. Ich hätte rein gar nichts dagegen, wenn du hier nach deinem Papa kommst.)

Seit ein paar Wochen kann man mit dir sogar Gesellschaftsspiele spielen, am liebsten Memory und Domino. Ausserdem haben wir noch zwei Spiele von R.avensburger, die liebst du auch sehr. In dem einen geht es um Farben und Formen (Eigentlich: Laangweilig! Die kannst du ja schon! Aber Schummeln macht dabei anscheinend eh den meisten Spaß, wenn dir eine bestimmte Form fehlt, dann manipulierst du den Würfel so, dass das Gewünschte dabei herauskommt...) und bei dem anderen Spiel muss man entscheiden, ob die gezogenen Tiere/Dinge auf den Baum, die Wiese oder ins Wasser gehören. Das kannst du auch aus dem Effeff und findest dennoch kein Ende. Ausserdem möchtest du immer, dass beim Spielen dein Gegenüber anfängt.

Alleine spielst du auch schon sehr schön. Du legst deine Teddys schlafen, singst ihnen Lieder aus dem Kindergarten vor,  erklärst ihnen die Welt aus deiner Sicht, telefonierst am Spieltelefon (herrlich, diese "Dialoge") und kochst sehr gerne Kaffee in deiner Spielküche. Bücher sind nach wie vor sehr beliebt bei dir und du schaust sie gerne selbst an und forderst auch ganz oft, dass man dir eins vorliest. Oder fünf. Oder zehn.

Manchmal bist du ein kleines "Monk"- Feechen. Bei dem o.g. Spiel mit dem Baum müssen die Dinge, die auf die Wiese gehören, immer an den exakt gleichen Stellen liegen. Wehe man wagt es, den Ball dahin zu drapieren, wo in deinen Augen der Hund oder der Igel hingehören, oder umgekehrt...das geht GARNICHT!
Die Stohhalmbecher sollten am liebsten alle Komponenten gleichfarbig haben- ich würde z.B. manchmal gern den blauen Becher mit dem pinken Deckel und dem grünen Stohhalm kombinieren, aber das kann schnell zu Tränen deinerseits führen- bittedanke lieber alles in EINER Farbe, Mama!!
Im Bett muss Teddy 1 immer links von dir liegen und Teddy 2 immer rechts. Da du zwischenzeitlich deine Kuscheltiere wieder entdeckt hast (da gab es eine kleine Pause, in der dir dein Schnuffeltuch gereicht hat), gestaltet sich das manchmal schwierig, weil mit 4 Schafen (WO sind DIE eigentlich her gekommen???), einem Esel, einer Maus und  drei Teddys nicht mehr viel Platz in so einem kleinen Bett ist...gut, dass du bald ein größeres bekommen wirst. (Hoffentlich steigt dein Stofftierbedarf beim Schlafen dann nicht potentiell zur Bettgröße an...)

Unser TV- Serien Abendprogramm haben wir von M.icky Maus Wunderhaus noch um C.aillou und D.oc Mc Stuffins erweitert- davon darfst du dir eine Folge aussuchen und wenn diese zu Ende ist, gehen wir ohne Schwierigkeiten ins Bad zum Zähneputzen. Erst putze ich deine Zähne, dann du. (Hierzu haben wir 2 Zahnbürsten, denn die, die du benutzt ist etwas...ausgefranselt)

Nach dem allabendlichen Vorlesen hörst du zum Einschlafen nun immer eine bestimmte Musikkassette, bevorzugt die Seite, die mit dem "Hier kommt die Maus"- Lied beginnt. Wehe, Mama und Papa haben grade keine Lust, auf das Gespule der Kassette zu warten, das findest du überhaupt nicht gut. Zudem möchtest du immer noch ein LaLeLu vorgesungen bekommen, damit du einschlafen kannst.

Das mag ich unter anderem auch so sehr an dir: Du bist einfach absolut unkompliziert, nimmst die Dinge so, wie sie sind und meckerst nicht groß rum. Es ist, wie es ist, vielleicht liegt das auch daran, dass wir einen relativ gleichmäßigen Tagesablauf mit festen Punkten haben, die immer konstant sind.

Deine liebste Musik ist derzeit die "W.interkinder" CD von R. Zukowski. Das macht mich manchmal ein bisschen nostalgisch, denn ich hörte diese Lieder auf Cassette, als ich noch klein war und konnte sie alle auswendig. Wenn ich heute manchmal mitsingen möchte, dann kommt wieder das "Monk"- Feechen zum Vorschein, denn: Nicht singen, Mama! - Warum nicht? - Das macht der Mann doch schon und die Kinder!
Und nein, du findest nicht, dass ich nicht singen kann. Denn manchmal, wenn ich dir irgendeinen selbst gereimten Quatsch vorsinge, dann lobst du mich und sagst: Das hast du toll gemacht Mama!- Danke *freu*- Bitte.

Bitte und Danke benutzt du auch nach wie vor immer wenn es angebracht ist, das finde ich auch sehr schön. Manchmal muss man dich erinnern, dass man sich bedankt, aber meistens machst du es von selbst.

Weißt du, ich habe dich vom allerersten Moment an geliebt, als ich von deiner Existenz wusste. Nun ist es so, dass meine Liebe jeden Tag größer wird und ich es nicht ertragen könnte, wenn du aus irgend einem Grund nicht mehr bei mir wärst. Denn dieses Loch, dass sich dann auftäte, könnte durch keine Füllung der Welt je wieder geflickt werden. Du bist so einzigartig, so wunderbar und ich hatte ja keine Ahnung, was mir all die Jahre entgangen ist, die ich zuvor ohne dich verbracht habe. Und dabei bist du noch so klein, eigentlich. Darum kann ich mich schon auf all die schönen (und anstrengenden) Zeiten freuen, die noch vor uns liegen. Auf jeden einzelnen Tag.

Ich liebe dich, kleine Fee

Deine Mama



1 Kommentar:

  1. Das hast du wieder so schön geschrieben... *schnief*

    Die Winterkinder habe ich übrigens auf Schallplatte - und genau diese alte Platte hört unsere Maus. ;-)

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