Donnerstag, 17. Januar 2013

How to....

....baby!

Eben entdeckte ich auf FB einen Link zu herzding.  Den Blog kannte ich bisher nicht, der Artikel zum Thema Neugeborene und deren "Handhabung" ist aber super. Darum greife ich das hier auch nochmal auf, denn ich weiß, hier lesen einige werdende Mamas mit und  für diese könnte einiges an interessanten Informationen dabei sein.


Zunächst nochmal ihre Punkte (einige sind für mich auch neu), ich ergänze dann noch um einiges aus eigener Erfahrung:

"Bindung zwischen dem Neugeborenen und den Eltern herstellen ist wichtig und passiert zum größten Teil durch Körperkontakt. Beginnt direkt nach der Geburt indem das Baby auf den Bauch oder die Brust gelegt wird (kann auch beim Vater sein) und später durch viel halten, tragen, kuscheln. Stichwort: Bonding.


Babys brauchen kein Shampoo, keine Cremen, kein Puder und auch sonst nichts. Bestimmte Inhaltsstoffe werden mit Allergien in Zusammenhang gebracht. Mit warmen Wasser waschen reicht. Gut trocknen!
Einzige Ausnahme: Bei wundem Po eine zinkhaltige Creme, um die Heilung zu unterstützen. Uns wurde Mirfulan empfohlen, andere Präparate sind ebenfalls in Ordnung.

Das Neugeborene immer so aufheben und hinlegen, dass es zuerst mit Beinen, anschließend mit einem Arm und erst dann mit dem restlichen Körper Kontakt zum Untergrund hat. Mindert Stress für das Kind indem es besser mitbekommt was los ist.

Badewasser soll 36°C haben. Ein Bad zwischen 5-8 Minuten dauern, da das Kind sonst zu stark auskühlt. Direkt in ein Handtuch packen und abtrocken. Windel anziehen und dann den Oberkörper.

Neugeborene schreien. Beim wickeln. Beim baden. Beim anziehen. In Ruhe weitermachen.

C-Griff gibt Halt, wenn man das Baby badet. Arm unter dem Kopf durch und den Oberarm des Babys umschließen. Daumen oberhalb, restliche Hand unterhalb des Oberarms. Während dem gesamten Bad nicht loslassen.

Keine Badezusätze.

PRE Milch ist die einzige, die es braucht, wenn man nicht stillen möchte oder kann. Alle anderen können der erste Schritt in die Fettleibigkeit sein. Marken haben nur minimale Unterschiede, die nicht relevant sind.
Gibt es in der Familie irgendwelche Allergien, nur HA Milch füttern.

Ein Neugeborenes sollte sechsmal pro Tag die Windel nässen. Macht es dies nicht, bekommt es wahrscheinlich zu wenig Flüssigkeit.

Abgekochtes Wasser kann zusätzlich zu Brust oder Flasche gegeben werden als zusätzliche Flüssigkeit. Dient im Notfall auch als Ersatz.

Abgepumpte Milch hält bei Zimmertemperatur 1 Stunde, im Kühlschrank 3 Tage und eingefroren 6 Monate.
Abgekochtes Wasser, PRE Milch und Muttermilch können Zimmertemperatur haben. Wärmen ist nach aktuellem Forschungsstand nicht nötig.

In den ersten 4 Wochen die Nägel nicht schneiden, da sie noch zu weich sind und die Gefahr von Entzündungen hoch. Nägel fallen von alleine ab. Wenn sich das Kind kratzt Socken drüberstülpen. Es gibt auch Kleidung mit integrierten Handschuhen und spezielle Stülpdinger.
Nach vier Wochen schneidet man die Nägel, während das Kind im Tiefschlaf ist, damit es nicht durch plötzliches ruckeln zu Verletzungen kommt.

Fliegergriff gegen Blähungen. Kind wird auf dem Arm getragen, Hand auf dem Bauch. Die Hand übt einen Gegendruck aus, Gase werden sanft rausgedrückt. Zusätzlich kann man die Beinchen leicht von den Füßen her nach oben drücken.

Neugeborene stehen auf Begrenzungen. Kind auf dem Wickeltisch so hinlegen, dass die Füße gegen den eigenen Bauch berühren. In der Wann so, dass die Füße den Rand berühren. Auch sonst verhindern, dass Gliedmaßen irgendwo herunterhängen.

Kinder entwickeln manchmal Präferenzen für eine gewisse Seite. Dem sollte man entgegen wirken indem man abwechselnd links und rechts anspricht. Beim stillen passiert dies automatisch, daher sollte man darauf achten, wenn man ihm die Flasche gibt. Auch beim hochheben, tragen, etc..

Wenn das Kind auf dem Rücken schläft, ist die Gefahr für den plötzlichen Kindstod am geringsten. Daher sollte man es in die anderen Liegepositionen (Bauch, Seiten) bringen während es wach ist.

Die Nabelschnur fällt nach wenigen Tagen von alleine ab. Wichtig ist, dass sie an der Luft trocknen kann. Daher sollte zu Beginn die Windel so nach unten eingeschlagen werden, dass sie unter dem Nabel aufhört.

Durch die Hormonumstellung nach der Geburt (viele kommen vorher von der Mutter) kommt es wie in der Pubertät zu Akne und durchdrehenden Talgdrüsen. In einzelnen Fällen haben weibliche Neugeborene eine Periode und/oder Ausfluss.

Die Vorhaut bei männlichen Neugeborenen löst sich erst nach etwa vier Jahren.

Windeln nach dem Anziehen nochmals zurechtziehen, damit nichts ziept oder drückt.

Milchstuhl kann spritzen.

Milchstuhl kann viele unterschiedliche Farben haben. Zuverlässiger ist der Geruch. Wenn er beißend ist, stimmt etwas nicht.

Ein feuchter Waschlappen reicht für die Reinigung des Pos.

Meist wickelt man vor dem Stillen. Ist das Kind zu aufgedreht (“HUNGER!!!”) kann man beginnen zu stillen, dann wickeln und dann zu Ende stillen.

Im Zweifel der Intuition folgen. Oder bei der Hebamme anrufen.

Viel Körperkontakt.

Auf sich selbst achten. Geht es einem selbst nicht gut, färbt es auf das Kind ab."

Grade den letzten Punkt kann ich mit zwanzig Ausrufezeichen versehen. Im Umkehrschluss bedeutet das: Glückliche, ausgeglichene Mama= glückliches, ausgeglichenes Baby.
Denn wenn man gut drauf ist, erträgt man Schreianfälle viel leichter und gelassener. Denn ja. Babys SCHREIEN. Manchmal auch echt lange. Und dann kann man machen. was. man. will. Sie hören nicht auf.
Das bringt mich zu meinen eigenen Ergänzungen:

Manchmal müssen Babys sich ausschreien. Sie verarbeiten so ihre Tageseindrücke, dann einfach da sein, halten. Und vielleicht sogar selbst mitweinen. Das hilft und befreit.

Mir hat der Gedanke, dass jede Schrei- Orgie einmal ein Ende hat, sehr geholfen in solchen Momenten durchzuhalten. Ich habe mich als den Fels in der Brandung gesehen, der der kleinen Fee Halt gegeben hat, den sie in solchen Momenten dringend brauchte. Denn sie konnte sich eben nicht anders äussern als durch Weinen und Schreien. Das muss man dann auch so annehmen, Babys wollen einen nicht ärgern, wenn sie so sind. Sie haben einfach keine andere Möglichkeit.

Auch wenn man das Baby am Anfang am liebsten gar nicht aus den Augen und Armen lassen will: Gebt. es. ab. Immer, wenn es euch möglich ist. Omas und Opas und noch so einige andere reißen sich geradezu darum, den Kinderwagen durch die Weltgeschichte zu schieben. Perfekt für euch um Schlaf nachzuholen, ein paar Seiten einer Zeitung zu lesen oder sonst etwas zu tun, das euch gut tut. Am Fenster stehen und auf die Rückkehr eures Kindes zu warten zählt nicht dazu. Das ist dann exclusive MOMMY Time. Nehmt das an!!
Dem Baby tut es in den meisten Fällen auch gut und ihr habt es später leichter, wenn mal was ist und ihr keine andere Wahl habt, als euer Baby herzugeben.
Bei uns hat sich das Oma-Opa Programm mehr als ausgezahlt, wir haben sogar bei der Kita Eingewöhnung davon profitiert. Die kleine Fee und ich sind Abschiede gewöhnt und wissen, wir sehen uns auf jeden Fall wieder. Sie schläft auch ohne Probleme überall und bleibt auch ohne uns über Nacht weg. Ein Traum, wirklich!

Die Welt mit einem neuen Baby ist nicht rosarot. Die stinken Windeln voll, kotzen, schreien, rauben einem den Schlaf. Es IST manchmal anstrengend, besonders wenn man es mit Koliken zu tun hat. Die tun weh. Aber ihr bekommt all den Stress tausendfach in den schönen Momenten vergolten. Nur versteift euch nicht auf eine heile Welt. Denn die gibt es nicht unbedingt, auch wenn man Glück haben kann. (Ich hab lieber das Schlimmste erwartet und mich dann gefreut, wenn es schöner, leichter, ruhiger war...)

Vertraut auf euer Bauchgefühl und lest nicht ständig in irgendwelchen Büchern oder im Internet, wie weit euer Kind nun sein sollte, oder nicht oder doch oder nicht. Jedes Kind ist einzigartig. Wenn etwas wirklich nicht stimmt, dann bekommt ihr das auch so mit.

Ratschläge zum Umgang mit Baby bekommt ihr an allen Ecken, gerne auch ungefragt. (Wir wurden glücklicherweise meist verschont). Hört sie euch gern an, aber nehmt sie euch nicht so zu Herzen, wenn ihr sie nicht sinnvoll findet. Macht, was IHR für richtig haltet. Tante Trude hat zwar vielleicht auch schon mal ein Kind bekommen, aber das bedeutet nicht, dass ihre Methoden von früher heute für euch auch gut sind- manche Tipps hingegen können schon nützlich sein.

Eine Krabbelgruppe o.ä. KANN sinnvoll sein- bei uns war sie es in den ersten Monaten leider ganz und garnicht. Ein Jahr später war es dann genau das Richtige und wir haben viele Kontakte geknüpft, die heute noch immer bestehen. Probiert es einfach, aber seid nicht enttäuscht, wenn euer Baby bei der Massage keine Lust hat und nur schreit. Dann lieber abbrechen und die Kursgebühr in den Wind schießen, statt krampfhaft weiter zu machen, wenn es nichts bringt.


Puh, nun ist das ganz schön viel geworden. Für´s erste also genug Input. Wenn mir noch was einfällt, mache ich einen Part II.

Und falls EUCH noch was einfällt, dann dürft ihr gerne einen Kommentar hinterlassen.











Kommentare:

  1. Liebe rote Fee!
    Das ist ein ganz wunderbarer Post. Den werde ich mir mal sehr zu Herzen nehmen, wenn bei uns mal Nachwuchs ansteht. Wirklich ganz toll!

    LG!

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  2. Danke dir. :) Und dafür ist er ja gedacht, dass man ein paar Anhaltspunkte hat, wenn es mal nicht so rund läuft. ;)

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  3. Liebe rote Fee!

    Wie wahr, wie wahr. Manches hätte ich wirklich gerne vor diesem unglaublichen Abenteuer Kind gewusst. Danke!

    Simone

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  4. Ja, wenn man so vieles vorher gewusst hätte, nicht wahr?
    Aber letzten Endes sind es doch alles nur Tipps- wie am Ende alles sein wird, kann niemand vorhersagen.
    Aber manchmal hilft es ja schon zu wissen: Das ist alles ganz normal und man ist nicht allein auf der Welt. ;)

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