Sonntag, 2. März 2014

11 Monate kleinste Fee

Mein süßer Sonnenschein,

heute bist du schon aberwitzige, unglaubliche 11 Monate alt- nur noch so kurze Zeit, bis zu deinem 1. Geburtstag!

Der letzte Monat hat wieder so viele Veränderungen mit sich gebracht, dass ich sicher beim Schreiben die Hälfte vergesse und nachtragen muss.

Zunächst die größte, wichtigste Veränderung überhaupt:

Du kannst dich auf ein Mal selbstständig und zielgerichtet fortbewegen. Das sieht noch ziemlich lustig aus, denn das klassische Krabbelbaby bist du nicht gerade.
Du sitzt aufrecht, hast ein Bein unter dir angewinkelt und das andere abgespreizt. Dann ziehst du dich mit beiden Händen vorwärts. Wenn du es schaffst, das angewinkelte Bein nach hinten zu strecken, landest du flach auf dem Bauch und das war es mit der Fortbewegung.
Seitdem du alleine vorwärts kommst, bist du wieder ein Stück ausgeglichener, denn zuletzt hat es dich mehr und mehr frustriert, dass du nicht so konntest, wie du gerne wolltest.

Vor einer Woche hast du die ersten Schritte an der Hand gemacht und ein bisschen Feuer gefangen. Wann immer es geht, magst du dich an dir gereichten Händen hochziehen und wackelige Schrittchen machen. Noch ist das anscheinend sehr anstrengend für dich, denn nach kurzer Zeit willst du doch lieber wieder sitzen. Wenn du da so vor dich hintrippelst, machst du die lustigsten und niedlichsten Geräusche, von Ah! und Oh! bis Da! ist alles und noch viel mehr dabei.

Überhaupt, du kommst ganz nach mir und bist ein echtes Plappermäulchen. Du dadadast, jajajajast, gagagast und mamamamamast den ganzen Tag vor dich hin, dazwischen wird löwenmäßig gebrüllt und geknurrt und du probierst alle Töne, die dir in den Sinn kommen.

Wenn es ums Essen geht, verstehst du keinen Spaß- Hunger ist Hunger und wehe jemand isst etwas, ohne dir davon abzugeben. Hui, da wirst du laut und fuchsig. Wenn wir Essen, gebe ich dir deshalb immer zuerst etwas, sonst guckst und schimpfst du mir das Essen quasi aus der Hand. Wobei- nur weil du eigenes Essen hast, bedeutet das noch lange nicht, dass du nicht trotzdem meins willst- das scheint immer interessanter zu sein. Diesen Monat durfte ich z.B. meine Linsensuppe nicht allein essen, genauso wenig wie diverse Brötchen, Croissants, Pizza, Kuchen und noch so einiges mehr. Hast du dann bei mir probiert, wendest du dich wieder deinem eigenen Gaumenschmaus zu.
Dein Freitags- Opa meint, du wirst ein kleines Teufelsweib- und wenn du mich manchmal so mit Glitzeraugen anschaust und demonstrativ dein Leberwurstbrot auf den Boden pfefferst, könnte ich ihm sogar glauben.

Dabei magst du dein Brot sonst eigentlich ganz gern und futterst sowohl am Morgen, als auch am Abend oft eine ganze Scheibe. Im Moment lieber ohne Kruste. Irgendwann ist aber scheinbar ein Punkt erreicht, an dem dich das Gepule nicht mehr ganz so fasziniert und du testest, ob das Brot heute genauso gute Flugeigenschaften hat, wie gestern noch. Wenn man es dir dann wegnimmt und laut "NEIN, kleinste Fee!" sagt, dann findest du das hingegen irgendwie auch nicht so lustig. Blöd, wenn man Eltern hat, die so an einem herum erziehen.

Mittags magst du am allerliebsten Nudeln mit tomatig- gemüsiger Soße essen. Wobei auch Lachs mit Basmati Reis, Lauch und Dill hoch im Kurs stehen. "Einfachere" Gerichte, wie z.B. Möhrengemüse langweilen dich anscheinend, denn da machst du deine Schnute nicht ganz so bereitwillig auf.
Zwischendurch liebst du Grießbrei mit Frucht. Da gibt es dann z.B. Erdbeer- Apfel oder Winterfrüchte dazu. So schnell, wie du das oft aufgegessen hast, kann ich gar nicht gucken.
Wenn ich zurück denke, welche Schwierigkeiten wir am Anfang hatten und wo wir nun angekommen sind, muss ich über mich und meine Bedenken, dich vermutlich nie, nie, nie zum Essen zu bewegen, geschweige denn abzustillen, schmunzeln.

Von einem zweiten Meilenstein kann ich nämlich auch berichten: Wir haben offiziell vor zwei Tagen abgestillt. Keine Mama- Milch mehr für dich, sondern nur noch normale Vollmilch oder 1er Milch. Hat weder dir, noch mir was ausgemacht und nun bist du ganz und gar unabhängig von mir, was deine Ernährung angeht. Ein lachendes und ein weinendes Auge von meiner Seite, nun bist du eben kein Stillbaby mehr- dafür hab ich meinen Körper wieder ganz und gar für mich selbst. (Da du mittlerweile Zahn #2 hast, freue ich mich umso mehr, dass du mich nicht ein einziges Mal gebissen hast...davor hatte ich nämlich Bammel...)

Keine Ahung, woran genau es liegt- aber ich stelle fest: Du bist viel kommunikativer und weniger ängstlich gegenüber deinen Mitmenschen geworden. Lachst fremde Menschen einfach so an und auch deine Omas und Opas kommen öfter mal in den Genuss des Sonnenscheinchens, das ich selbst so gut kenne. Manchmal vergräbst du dich zwar noch an meinem Hals oder weinst, wenn sich doch jemand zu forsch und von oben näherst, die meiste Zeit über bist du jedoch aufgeschlossen und freundlich, interessiert, neugierig.
Es ist schön, dass du nicht mehr gleich das große Heulen bekommst, wenn ich mal den Raum verlasse.

Ach, du kleinstes Kuschelfeechen- ja, das bist du wirklich. Ich liebe das so an dir, dieses Gekuschel, dass du so sehr brauchst und ich so sehr genieße. Küsschen hier, Küsschen da, Anschmiegen an meine Halsbeuge, ganz festes Festhalten auf meinem Arm, wenn ich dich hochhebe.
Morgens ist es am allerschönsten mit der Kuschelei. Diese Zeit gehört nur dir und mir ganz alleine und sie wird mir fehlen, wenn sie einmal vorbei ist.
Du wachst auf, davon werde ich wach. Du greifst nach meinem Gesicht und begrüßt mich mit einem leisen "Grr". Dann lachst du und ich kuschle mich an dich und du dich an mich. Das ist so süß. Manchmal kuscheln wir so schön, dass wir beide darüber noch mal einschlafen, aber meistens ist um kurz nach sechs die Nacht endgültig vorbei. Dann wird nach dem Kuscheln ein bisschen Spökes gemacht und erst mal eine neue Pampi angezogen, bevor es um sieben zum gemeinsamen Frühstück geht.
Im Moment legst du Vormittags meistens noch mal ein Nickerchen ein, was dich aber nicht davon abhält, auch mittags noch mal eins zu machen. (Sehr zu meiner Freude.)
Ausreichend Gelegenheit für mich, etwas zu arbeiten oder mich selbst auch noch einmal auszuruhen, je nachdem wie die Nacht so gewesen ist.

Wenn du genug geschlafen hast, magst du die Welt entdecken und Sachen ausräumen. Deshalb haben wir diverse Kisten, die du abwechselnd auseinander nimmst und den Inhalt wahlweise im Laufstall, im Wohnzimmer oder in der Küche verteilst. Wie schön das alles so kullert, klappert, Musik macht, sich anfühlt, schmeckt und aussieht.
Du bist ein sehr haptisch veranlagtes Kind, glaube ich- alles muss erst einmal ganz genau begutachtet werden, wird gedreht, gewendet, geschmeckt und gefühlt. Wenn du genug hast, wird es auf den Boden geworfen, um auch noch die letzten Eigenschaften zu testen.

Du grabscht echt nach allem und sowohl das Katertier, als auch ich und deine große Schwester haben deshalb bereits ganz schön viele Haare gelassen. Sagt man dann "AUA!", findest du das auch noch super lustig und gackerst wie ein kleines Hühnchen lustig vor dich hin. Klar, dass man dir daher kaum böse sein kann und mir die konsequente Erziehung vor Lachen etwas abhanden kommt.

Im Moment üben wir Streicheln- du haust nämlich eher volles Pfund eine runter, als das man das liebevoll nennen könnte. Ganz super auch beim Aufwachen, morgens...da ist man gleich richtig wach.
Erklärt man dir, wie "Ei machen" funktioniert, findest du das genau so lustig wie zuvor Haare reißen und ins Gesicht patschen. Womit wir wieder beim Teufelsweib wären.

Du bist wirklich ein kleines Teufelsweib- aber für mich ganz und gar nicht im negativen Sinne. Ein wundervolles, zuckersüßes und herziges kleines Ding bist du, Schalk im Nacken inklusive.
Nie, nie, nie geb ich dich wieder her, du bist und bleibst in meinem Herz, ganz fest und tief drin.
Egal, dass du ganz bald kein Baby mehr bist, immer größer und selbstständiger werden wirst. Für mich bist und bleibst du vermutlich immer meine kleine Maus, mein kleinstes Feenkind eben.

Ich liebe dich. Wie bekloppt.

Mama





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